Ein scheinbar harmloser Seitensprung, ein unerwarteter Suizid: Plötzlich geraten die Lebensentwürfe rund um den Industriellen Friedrich Hofreiter ins Wanken. Was als alltägliche Tragikomödie beginnt, wird in Arthur Schnitzlers Werk zum Panorama menschlicher Beziehungen am Rande des Abgrunds. Sehnsüchte und Eitelkeiten kollidieren, inmitten eines Geflechts aus Affären, Machtspielen und Selbsttäuschungen stellt sich die Frage, ob ein erfülltes Leben in dieser Welt überhaupt möglich ist. Schnitzler zeichnet das schonungslose Bild einer Gesellschaft, die am Vorabend des Ersten Weltkrieges rastlos nach Erfüllung sucht und doch immer wieder an sich selbst scheitert.
Nach ihrer gefeierten Inszenierung von „Verlangen“ kehrt Cilli Drexel ans Tiroler Landestheater zurück und widmet sich erneut einem großen Ensemble-Stoff. Ihre Handschrift, geprägt von psychologischer Genauigkeit, feiner Ironie und dem Blick auf die innere Brüchigkeit der Figuren, trifft auf ein Stück, das Allzumenschliches offenbart.
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