Eine Frau steht allein vor einem Tribunal und wird des Brudermords bezichtigt – in einem Reich, das nach einer neuen Ordnung sucht. Verzweifelt hofft sie auf Rettung aus einer anderen Welt. Da erscheint Lohengrin, der geheimnisvolle Schwanenritter. Er will für Elsa kämpfen – unter einer Bedingung: Sie darf ihn niemals nach seinem Namen oder seiner Herkunft fragen. Blindes Vertrauen wird zur entscheidenden Probe.
„Lohengrin“ erzählt von einer Gesellschaft, die bereit ist, sich der Führung eines Fremden zu unterwerfen. Während Elsa zwischen Liebe und Zweifel schwankt, intrigiert Ortrud um die Herrschaft in Brabant. Lohengrin bleibt eine ambivalente Figur: Erlöser, Instrument höherer Mächte oder Projektionsfläche kollektiver Sehnsucht?
Wagner verbindet in seinem Textbuch die historische Figur von Heinrich I. mit der Legende um den Heiligen Gral. Märchenhaft und hochpolitisch zugleich verhandelt die Oper bis heute aktuelle Fragen.
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