In einem London, in dem Überleben und Bereicherung über moralischen Bedenken stehen, ist für Mr. Peachum auch Mitleid Ware. Sein Geschäft beruht darauf, Bettelnde mit der richtigen Portion Jammer auszustatten, um Spendenbereitschaft zu erzeugen. Den Großteil des Ertrags kassiert er selbst. Als seine Tochter Polly den Gangster Macheath, genannt Mackie Messer, heiratet, setzt Peachum alles daran, ihn der Polizei auszuliefern.
Doch auch das Gesetz ist in dieser Welt nicht unbestechlich. Macheath kann auf alte Beziehungen zählen: Polizeichef Brown war einst sein „Kanonenfreund“. Die Grenzen zwischen Verbrechen und Ordnung, zwischen Recht und Unrecht verlaufen fließend.
Die „Oper für Bettler“ erzählt von sozialer Ungleichheit und einem System, das sich moralisch oft dort empört, wo es am wenigsten kostet. Darin liegt bis heute ihre Schärfe, ihr Sound und ihre Aktualität.
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