Im Bewusstsein seines nahenden Todes schuf Gustav Mahler mit „Das Lied von der Erde“ sein nach eigener Aussage persönlichstes Werk. „Ist das überhaupt zum Aushalten?“, soll er den sprachlosen Dirigenten Bruno Walter nach dem Studium der Partitur gefragt haben – bezogen auf die Eindringlichkeit des letzten Satzes „Abschied“.
Die sechs Sätze gestaltete Mahler als „Zyklus von Orchesterliedern“ nach Texten aus Hans Bethges „Die chinesische Flöte“. Fernöstlich anmutende Klangfarben und ein prägnantes, pentatonisch gefärbtes Motiv verbinden sich mit einer zutiefst anrührenden Ausdruckswelt.
Dem ist Arnold Schönbergs „Verklärte Nacht“ vorangestellt, ursprünglich als Streichsextett entstanden und sich wie Mahlers sinfonischer Liederzyklus zwischen innerer Unruhe und verklärter Ruhe bewegt. Nach der gleichnamigen Dichtung Richard Dehmels entwarf Schönberg eine musikalische Erzählung von Schuld, Verständnis und Verklärung.
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